Propellerfrau von Sigmar Polke

Das Gemälde „Die Propellerfrau“ stammt von dem weltberühmten Maler Professor Hermann-Sigmar Polke aus Köln. Die Propellerfrau entstand im Jahr 1969, aus der wertvollsten Schaffenszeit Polkes.

Diese Website ist dem Maler Sigmar Polke und seiner Propellerfrau gewidmet. Bis kurz vor seinem Tod behielt Polke die Arbeit rund 40 Jahre lang in seinem Atelier, dem Zentrum seines Wirkens, bei sich. Der Weltklasse-Maler hat die Propellerfrau nur ein einziges Mal in Amsterdam ausstellen lassen.

60er Jahre - Zeit der Rebellen

Die 1960er-Jahre waren die Zeit eines tiefgreifenden Wandels, der sich mit großer Dynamik in Gesellschaft, Politik und Kultur vollzog. Triebfeder der Entwicklungen war die Studentenbewegung, die ausgehend von den Metropolen eine neue Zeit einläutete. Der Muff der Adenauer-Ära wurde weggefegt. Es herrschte Aufbruchsstimmung!

Musik

Literatur

Kunst

Beatles_Musik

Für die Kriegsgeneration bedeutete die Veränderungen in der Musik einen regelrechten Kulturschock. 1965 spielten die Rolling Stones zum ersten Mal in Deutschland, die Beatles folgten ein Jahr später und lösten eine nie dagewesene Begeisterung bei der jungen Generation aus. 1966 hatte Bob Dylan mit seinem legendären Auftritt in Manchester und dem Song „Like a Rolling Stone“ großen Erfolg, der international viel Beachtung fand. Den Älteren blieb diese Musik unverständlich.

Guenter_Grass_Literatur_60

In der Literatur wandelten sich alte Stilformen wie Kurzgeschichten und Lyrik zum Dokumentarismus.  Schriftsteller wie Martin Walser, Günter Grass und Heinrich Böll prägten mit Romanen wie der „Blechtrommel“, „Katz und Maus“ und „Ansichten eines Clowns“ die Literaturgeschichte einer Generation. Werke von Samuel Beckett, Hans-Magnus Enzensberger, Günter Grass, Jean Paul Sartre und Theodor Adorno waren für die 68er-Generation prägend.

Sigmar_Polke_Kunst

Für die Kunst waren die 1960er-Jahre die Zeit der Auflösung althergebrachter Präsentationsformen.
Die klassischen Ausstellungsorte und Ausstellungsformen wurden in Frage gestellt: Gerhard Richter und Konrad Lueg stellten in Möbelhäusern aus, Joseph Beuys erklärte in der Düsseldorfer Galerie Schmela „dem toten Hasen die Bilder“.
Künstlerische Radikalität suchte sich außerhalb der Institutionen zu verwirklichen.

Sigmar Polke - Exzesse eines Querdenkers

Prof. Sigmar Polke ist der Liebling des internationalen Kunstpublikums beim Kauf zeitgenössischer deutscher Kunst. Gleichzeitig ist Polke der Künstler, der sich kaum für den Kunstbetrieb interessierte. Während Zeitgenossen wie Andy Warhol ein Meister der Selbstvermarktung war oder Gerhard Richter schon zu Lebzeiten sein Gesamtwerk kunstmarktfreundlich dokumentierte, war Sigmar Polke die Vermarktung unwichtig. Seine Arbeiten werden heute mit mehrstelligen Millionensummen bewertet.

Lebenseinstellung

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Die 1960er waren das Jahrzehnt von Sigmar Polkes öffentlichem Durchbruch. Polke hatte die 1960er-Jahre als Beuys-Schüler in Düsseldorf verbracht und war an so mancher der berühmten Aktionen der Fluxus-Gruppe beteiligt. In einem ehemaligen Düsseldorfer Metzgerladen zeigte er 1963 zusammen mit Gerhard Richter und Konrad Lueg zum ersten Mal der Öffentlichkeit seine Bilder. Polke kultivierte im Laufe dieses Jahrzehnts seine künstlerischen Strategien gegen spießiges Kleinbürgertum und geniales Künstlertum.

Stil in der Malerei

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Seit Mitte der 60er-Jahre beschäftigte sich Sigmar Polke mit der klassischen Moderne. In dieser Zeit entwickelte er seine Idee der Rastertechnik, der sogenannten „Polkischen Punkte“. Dabei arbeitete er dabei nicht mit effizienten Vervielfältigungsmethoden wie dem Siebdruck, sondern malte die Punkte einzeln per Hand. Die Verwendung von Gardinenstoff als Malgrund und die ungewöhnliche Art der Präsentation als hängende Stoffbahn sind charakteristisch für Polkes Gemälde aus den späten 60er und frühen 70er-Jahren.

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Anzahl verkaufter Werke auf dem Auktionsmarkt

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Einzel- und Gruppenausstellungen

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Auszeichnungen

Entstehung der Propellerfrau

Inspiration

mondlandung

Die Entstehung des Gemäldes „Propellerfrau“ fiel in eine Zeit, die von Kaltem Krieg, Wettrüsten und dem „Space Race“ der Großmächte USA und UDSSR auf dem Weg zur ersten bemannten Mondlandung geprägt war. Sigmar Polke hatte das Motiv des Universums bereits vor der Entstehung der „Propellerfrau“ für sich entdeckt. Er verarbeitete es zunächst in seinem Bild „Pasadena“ im Jahr 1968 mit der von ihm entwickelten Rastertechnik.

Das Motiv der Propellerfrau muss ein sehr wichtiges für Polke gewesen sein. Noch im Jahre 2002 fertigte er eine Serie von Drucken für die Deutsche Lufthansa, die den Namen „Propellerfrau“ trägt und den gleichen Bildaufbau aufweist.

Beweggründe

Propeller_Sigmar_Polke

Sigmar Polke persifliert die heldenhaften Missionen ins Weltall in der „Propellerfrau“ mit seiner ihm eigenen spielerischen Ironie. Sein Raumschiff ist ein einfaches Vorkriegspropellerflugzeug, wie er es auch schon in seinem Skizzenbuch geplant hatte. Einen Piloten gibt es nicht, das Flugzeug fliegt führerlos. Für den Überschallantrieb sorgt ein überdimensionaler Propeller, der aus zwei gespenstisch anmutenden Frauen besteht und gleichzeitig den Titel des Gemäldes vorgibt. So rast die „Propellerfrau“ durchs Weltall und passiert dabei eine bunte galaktische Streifenwand, die mit den darauf gemalten goldenen Sternen an die „Stars and Stripes“ der amerikanischen Flagge erinnert. Polkes ironisches Ansinnen zeigt sich auch in der Wahl des Malmaterials.

Beziehung zu dem Bild

galatea_und_pygmalion

Polkes Beziehung zum Gemälde „Propellerfrau“ war ein besonderes. Das Bild hatte bis kurz vor seinem Tod das Atelier nicht verlassen.

Ein einziges Mal wurde die Propellerfrau auf einer internationalen Kunstausstellung im Stedelijk Museum in Amsterdam präsentiert. Anschließend verschwand die schöne „Galatea“ wieder im Kölner Atelier bei Polke als ihren „Pygmalion“.

Viele Sammler und Händler hatten ihn bereits vergeblich davon zu überzeugen versucht, ihnen die „Propellerfrau“ zu verkaufen.  Doch Polke blieb bei seiner Überzeugung und behielt sein Lieblingsgemälde über Jahrzehnte selber.

Provenienz und technische Daten des Gemäldes Propellerfrau

Propellerfrau – Öl auf Gardine

Polke_Propellerfrau

Professor Hermann-Sigmar Polke, Köln

(*13. Februar 1941  – † 10. Juni 2010)

198 x 186 cm

Der The Estate of Sigmar Polke gab es am 21. April 2016 mit den Maßen 200×190 cm an.

Öl auf Gardinenstoff
S. PollKe
1969 – 1972 (gilt heute als die wichtigste Schaffensperiode von Prof. Polke)
Einschätzung des gutachterlichen Reports: „in absolute perfect condition, no restorations, no varnish, as it was left by the artist“.

Die Aufnahme in das Werksverzeichnis / Catalogue raisonné durch
The Estate of Sigmar Polke erfolgte am 21. April 2016.

Provenienz
  • 1969

    Konzipierung und Realisierung des Gemäldes durch Professor Hermann-Sigmar Polke, inspiriert durch den Wettlauf um die Mondlandung zwischen den Supermächten UDSSR und USA.

  • 1992

    Die Propellerfrau wurde nur ein einziges Mal von Prof. Polke ausgestellt und zwar im weltberühmten Stedelijk Museum in Amsterdam. Ansonsten war sie über 40 Jahre lang stets nahe dem Künstler in dessen Atelier.

  • 2007

    Erwerb durch W. Schmitz, Artdirektor und Bekannter von Prof. Polke aus Köln, direkt in dessen Atelier in Köln.

  • 2009-12-21

    Das Gemälde gelangte zurück in das Atelier von Sigmar Polke.

  • 2011-12-21

    Die Propellerfrau musste vom The Estate of Sigmar Polke (Prof. Polke war im Jahr 2010 verstorben) an den ursprünglichen Käufer W. Schmitz zurückgegeben werden. Grundlage hierfür war ein rechtskräftiges Urteil des Landgerichts Köln.

  • 2014-11-06

    Abermalige Verurteilung der Polke-Erben durch das Landgericht Köln zur Herausgabe des Werkes an den damaligen Eigentümer W. Schmitz.

  • 2016-04-21

    Aufnahme in das Werksverzeichnis / Catalogue raisonné von The Estate of Sigmar Polke unter der Vorgangsnummer 12/01004.

  • 2018-02-08

    Notariell beurkundeter Erwerb durch eine institutionelle Sammlung und damit in den Besitz des Trésor des Templiers, einer Division des Templer-Orden, einem spirituellen Ritter Orden.

Hier finden Sie den Link zum Download vom Essay über die Propellerfrau 

sigmar_polke_propellerfrau

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