Werkverzeichnis/Estate

Um den Nachlass bedeutender Künstler zu verwalten, schließen sich die Nachkommen und Familienangehörige häufig in Stiftungen oder Erbengemeinschaften zusammen (im Englischen als Foundation oder Estate bezeichnet).

Monographie

Diese erfassen und verwalten das Oeuvre des Künstlers in einem sogenannten „Werkverzeichnis“ oder „Catalogue Raisonné“. Führende Experten, Kunsthistoriker und Museumskuratoren sind an der Erstellung des Werkverzeichnisses beteiligt. Das erhöht die Akzeptanz des Werkverzeichnisses in der Kunstwelt zusätzlich. In oft mehrbändigen Publikationen werden alle Werke, die bekannt und als Original bestätigt sind, in chronologischer Reihenfolge aufgeführt und ihr Aufenthaltsort dokumentiert.

Neben der klassischen Form als Buch, stellen manche Künstler ihr Werkverzeichnis inzwischen auch online zur Verfügung. Viele der heute wichtigsten Künstler haben die Entstehung des eigenen Werkverzeichnisses bereits zu Lebzeiten überwacht. Das Werkverzeichnis hat somit einen autoritären Charakter. Kunstwerke, die hier aufgeführt sind, gelten unumstößlich als Original. Kunstwerke, die nicht im Werkverzeichnis gelistet sind, werden dagegen vom Kunstbetrieb nicht akzeptiert und sind praktisch wertlos.

Art Estate
Werkverzeichnis/Estate

Im Fall von Sigmar Polke haben sich die Erben Polkes, seine Kinder und seine zweite Ehefrau, zum „Estate of Sigmar Polke“ zusammengeschlossen. Im Kölner Atelier des Künstlers wurde das Polke-Archiv aufgebaut. Ziel der Erbengemeinschaft ist es „(…) das Vermächtnis Sigmar Polkes und seine Kunst für zukünftige Generationen zu erhalten, zu fördern und zu schützen“. Um das zu erreichen, ist es die wichtigste Aufgabe des Estate ein umfassendes Werkverzeichnis zu verfassen.

Wissenschaftliche Unterstützung kommt von den ausgewiesenen Polke-Experten Bice Curiger, Götz Adriani, Guy Tosatto, Katharina Schmidt, Kasper König und Sabine Rewalt. Da Sigmar Polke zu Lebzeiten seine Kunstwerke jedoch nicht erfasste und nummerierte, wie dies z.B. bei Malerkollege Gerhard Richter der Fall ist, erweist sich die Aufarbeitung durch den Estate als sehr zeitintensiv. Die Datierung, die Maße und die Provenienz jedes einzelnen Werkes müssen überprüft werden. Das Gemälde „Propellerfrau“ hat diese Überprüfung bereits erfolgreich durchlaufen und ist in das Werkverzeichnis aufgenommen worden.

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